Zirkusprojekt und Schuljubiläum 2017

Zirkusprojekt in der Tullaschule, Geschichte der Tullaschule, Festakt während des Schuljubiläums. Hier gehts zu den Texten von Frau Feurer ...

Bilder findet ihr im Fotoalbum "Schulfest 2017" 

Zirkus in der Tullaschule

 Unvergessen dürfte den Tullaschülern der runde Geburtstag ihrer Schule bleiben. Zum 50-jährigen Bestehen durften die 170 Kinder eine Woche lang Zirkusluft schnuppern und selbst einmal als Clown, Akrobat, Artist oder Zauberer tobenden Beifall genießen. Gemeinsam mit Lehrern und unterstützenden Eltern bereiteten sie sich auf die Aufführungen vor. Insgesamt viermal konnten sie in einer echten Manege ihr Können demonstrieren. Sicherlich auch mit ein bisschen Neid und Bewunderungverfolgten Kinder verschiedene Kindergärten und Grundschulen am Freitagmorgen die Generalprobe der aufgeregten Akteure. Am Freitagmittag sowie am Samstag gab es drei weitere Aufführungen, bei denen es für so manchen Gast keinen Logenplatz mehr gab, sondern selbstStehplätze rar wurden. Es war eine außergewöhnliche Show mit vielen überraschenden Elementen und einigen Punkten, bei denen dem Publikum schon auch mal der Atem stockte. So beispielsweise als ein Schülerschwungvoll in einen Haufen Glasscherben sprang oder zwei Jungen mutig Feuer schluckten. Ebenso fragte sich das Publikum wo das kleine Mädchen abgeblieben war, dass in einen Kasten geschlossen wurde, durch den die Magier ihre Dolchestießen. Putzmunterkletterte sie trotz scharfen Klingen unversehrt aus dem Kasten. Die Zauberer verblüfften zudem mit dem Herbeizaubern von Spiegeleiern. Stets die Lacherauf ihrer Seite hatte die Clowngruppe. Die bunt gekleidete Schar suchte unter anderem in der Manege nach einem verlorenen Euro, obwohl er eigentlich hinter dem Vorhang abhandengekommenwar. Clowneske Logik: „Weil das Licht hier besser ist“. AproposScheinwerferlicht – dieses durfte bei der grandiosen Inszenierung ebenso wenig fehlen wie Nebel und Schwarzlicht. Noch effektvoller wirkten dadurch die Darbietungen mit schwingendenunddurch die Luft tanzenden Tücher. Aber auch die Reifennummer erhielt durch den Schwarzlichteffekt eine besondere Note. Da wurde durch Reifen gesprungen und mit ihnen schnelles Hula-Hoop präsentiert, Atemberaubend schnell waren die Seilspringer, die schon auch mal zu viert gleichzeitig über ein großessich drehendes Seil sprangen. Sie bewiesen, dass auch Liegestützensprünge oder doppeltes Springen im und mit dem Seil möglich sind. Nicht über, sondern auf dem Seilbewiesen sich die Seiltänzer, für die eignes ein Seilgerüst aufgebaut wurde. Auf dem Seil vorwärts und rückwärts balancierend wurden Rosen übergeben, Verbeugungen gemacht und tatsächlich auch ins Spagat gesprungen. Eine weitere Gruppe turnte auf überdimensional großen Bällen, während andere Diabolo und Teller drehten unddurch die Luft wirbelten. Hoch hinaus ging es auf den Leitern, bei denen die Kinder quasi als verbindendeElement eingesetzt waren und so zur stehenden Doppel- oderVierfachleiter wurden. Staunend verfolgten die Besucher wie furchtlos sich einige Jungs mit nacktem Oberkörper aufs Nagelbrett begaben oder in Glasscherben standen. Nervenkitzel pur war auch das Spiel mit dem Feuer, bei dem mit der Hand Feuer gelöscht oder mit Feuerfackeln über die Haut gestrichen wurde. Während das Publikum frenetisch die Kinderbeim Finale feierte, spiegelte sich auch in den Gesichtern der Lehrkräfte Freude und Erleichterung wieder. Das außergewöhnliche Projekt mit dem Circus ZappZarap aus Leverkusen war ein voller Erfolg und für alle Kinder die Chance zu zeigen, dass in jedem von ihnen ein Talent schlummert. Die Vorführungen bildeten den Höhepunkt des Schulfestes zum 50. Geburtstag der Schule. Weiter austoben konnten sich die Kinder beim Spielmobil sowie bei den Angeboten der Sportvereinigung Vimbuch. Die Musikvereine Vimbuch und Oberbruch luden zum Instrumente schnuppern ein. Zum Gelingen trugen zudem der Förderverein der Schule und Elternbeirat bei, die für die Bewirtung der zahlreichen Gäste sorgten.

Geschichte der Tullaschule

50 Jahre Tullaschule wurde am Samstag, 21. Oktober in Vimbuch gefeiert. Am 14. Oktober 1967 wurde der Neubau eingeweiht und ein neues Kapitel in der Vimbucher Schulgeschichte aufgeschlagen. Denn bis dahin wurden in der damaligen Volksschule (heutiges Vereinsheim in der Sandbachstraße) mehrere Jahrgänge gemeinsam unterrichtet. Dass die Kindernicht in Jahrgangsklassen getrennt werden konnten, wurde vom Land Baden-Württemberg als Nachteil gegenüber vielen städtischen Schulen gesehen, in denen die Schulen mehrSchülerzählten. So wurde beschlossen, die „Zwergschulen“ im Lande abzuschaffen und stattdessen Nachbarschaftsschulen einzurichten. So entstand der Gedanke, alle Kinder aus dem damaligen (und bis heute bestehenden) Kirchspiel Vimbuch gemeinsam in einer Zentralschule zu unterrichten. Die Volksschulen in Balzhofen, Oberbruch, Oberweier und Moos wurden aufgelöst. Die Einwohnervon Moos entschieden sich für Vimbuch. DieOberweierer zogen die Bühler Schule vor. In den Anfangsjahren der Tullaschule konnte an dieser noch der Volksschulabschluss absolviert werden. Die Verlegung der bisherigen„Oberstufe“ im Sommer 1973 nach Bühl bedeutete daher einen weiteren tiefen Einschnitt. Die neue Volksschule war das dritte Schulhaus, das die Gemeinde Vimbuch errichtete. Das erste Schulhaus (jetziges Rathaus) entstand im Jahr 1859. Vorher war die Schule in einem Gebäude in der Karl-Bunkhofer-Straße untergebracht.1906 wurde wegen wachsender Schülerzahlen ein weiteres Schulgebäude in der heutigen Sandbachstraße gebaut. Zeitweise wurden wegen der vielen Schulkinderbeide Häuser genutzt. Schon 1950 zeichnete sich jedoch ab, dass ein größerer Neubau nötig ist. Zunächst wurde die Schule in der Sandbachstraße erweitert. Doch mit zunehmendem Verkehr war der Unterricht an diesem Standort gestört. In ruhiger Lage sollte daher im Gewann „in den Forlen“ eine neue große Schule entstehen. Zehn Klassenzimmer, sieben Nebenräume sowie eine Pausenhalle wurden gebaut. Im September 1967 zogen rund 200 Schüler in das neue Gebäude ein, davon mehr als die Hälfte Schüler der 5. bis 9. Klasse. Schon damals sollte das in Fertigbauweise errichtete Gebäude in einem zweitenBauabschnitt erweitert werden. Da aber auch der Bau einerTurnhalle als dringlich gesehen wurde, wurde die Hallenplanung vorgezogen. Die Erweiterungmit neuem Sanitärtrakt, weiteren Klassenzimmern, Medien- und Musikraum sowie Rektorat und Bibliothek erfolgte erst im Jahr 1996 (Bezug 1998). Fortan war die Tullaschule dreizügig. Bedeutsam für die Schulentwicklung war zudem der zum Schuljahr 2005/2006 eingeführte Montessori-Zug, der Schüler aus dem ganzen Landkreis nach Vimbuch lockte. Der etwas andere pädagogische Lernansatz nach Maria Montessori wird von speziell ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet. Im aktuellen Schuljahr konnte mangels ausreichendem Interesse keine neue Montessori-Klasse gebildet werden. Heute wird die Tullaschule vor allem von Kindern aus Vimbuch, Balzhofen, Oberbruch, Moos und Oberweier sowie Bühl besucht. Da Eltern, Förderverein und Schulleitung an einem Strang ziehen, ist das Angebot und Engagement der Schule sehr groß: Regelmäßige Schulfeste, Sponsorenlauf, Theaterfahrten, Ausflüge, interessante Arbeitsgemeinschaften sowie Besuche von Kindermusikern gehören zum Jahresprogramm. Die Ausstattung der Schule wird in erheblichem Maße durch den Förderverein unterstützt, so dass es attraktive Pausenspielgeräte, Tischtennisplatten, Spieplatzgeräte aber auch Waveboards an der Schule gibt. Seit 2004 wird die Schule von Brigitte Neubert geleitet.In Rekordjahren wie den 70ern besuchten über 300 Kinder die Grundschule in Vimbuch. In den letzten Jahren lagen die Schülerzahlen bei 230 bis 250 Schülern. Bettina Streicher von der Stadt Bühl hat einst die bewegende Schulgeschichte Vimbuchin dem Ort Chronik aufgearbeitet und dabeiaufgezeigt, dass für VimbucherKinder schon vor mehr als 700 Jahre die Möglichkeit zum Schulbesuch bestand. Schließlich besaß der Abteiort Schwarzach, zu dessen Kloster gebiet Vimbuch zählte, eine „Schola externa“, die nicht nur den jungen Ordensnovizen offenstand, sondern auch Laien Grundlagen des Lenes, Schreibens und Rechnens vermittelte. Ob allerdingstatsächlich Kinder aus Vimbuch den weiten Weg nach Schwarzach auf sich nahmen, geht aus den Akten nicht hervor. Weitere Überlieferungen lassen darauf schließen, so Bettina Streicher, dass es vermutlich vor dem 30-jährigen Krieg Schulunterricht im Ort gegeben habe. 1660 wurde durch das Kloster die Schulpflicht für alle Stabsgemeinden eingeführt. In Vimbuch fand der Unterricht – mangels Räumlichkeiten – im Wirtshausstatt. Erst im Jahr 1762 wurde ein neues Rat- und Schulhausgebaut. Dem Kloster lag die Bildung der „Untertanen“ so sehr am Herzen, dass schon 1755 die „Freischule“ eingeführt wurde, so dass Eltern kein Schulgeld zu zahlen brauchten.

Festakt beim Schuljubiläum

 Locker sowie interessant für Klein und Groß war der
Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Tullaschule in Vimbuch. Statt Reden,
erwarteten die Besucher in der Zirkusmanege eine Gesprächsrunde, die von Gregor
Gloeckner sehr unterhaltsam und gekonnt moderiert wurde. Als Gesprächspartner
standen neben Schulleiterin Brigitte Neubert, Schulrat Anton Meier,
Bürgermeister Wolfgang Jokerst, Ortsvorsteher Manuel Royal sowie
Elternbeiratsvorsitzende Judith Feuerer im Scheinwerferlicht der Zirkusarena.
Alle Teilnehmer hatten einen Gegenstandmitgebracht, den sie mit der Grundschule
Vimbuch oder ihrer eigenen Grundshculzeit verknüpften. Damit gab es für die
Besucher witzige Anekdoten. Ortsvorsteher Royal, der selbst einmal die
Tullaschule besuchte, hatte alte Schulhefteausgegraben und darin sogar einen
Text über einen Zirkus entdeckt. Sein Rat an die Kinder, schreibt immer schön,
„nicht, dass es euch geht wie mir und ihr wollt zum Fußball und müsst einen
Text nochmals abschreiben“. Ein Stück Brot hob Brigitte Neubert in die Höhe, um
den Besuchern zu erzählen, dass ihr das Füttern von Möwen auf dem Rhein in
bester Erinnerung an ihre Grundschulzeit geblieben ist. Einen über 30 Jahre
alten blauen Wanderrucksack hatte Judith Feuerer dabei, um zu verdeutlichen,
dass sie noch sehr viele schöne Erinnerungen an die Grundschulzeit habe. So
freute sie sich auch, dass einige ehemalige Lehrer an den Feierlichkeiten
teilnahmen. Einen dicken Wälzer packte Schulrat Meier aus: „Es gab schon viele
Bildungspläne inden letzten Jahrzehnten“. In Ihnen stehe alles drin bis hin zu
den zu lernenden Techniken im Schwimmunterricht, beantworteteer Glöckners Frage.
Heute ist der Lehrplan auf dem Stic. Diesen digitalen Wandel, sprach auch
Bürgermeister Jokerst an, der eine Schiefertafel mitgebracht hatte und
gleichzeitig am Ende Brigitte Neubert einen Gutschein für die EDV-Ausstattung
an der Schule überreichte. Nachdem er in Schreibschrift auf Aufforderung
Glöckners ein „a“ gemalt hatte, betonte er die Bedeutung der Grundschulen für
die Stadt. „Es ist uns wichtig diese zu erhalten und zu stärken“. Die Rolle der
Schule für den Ort, dankteOrtsvorsteher Royal Schule sowie Förderverein für ihr
Engagementin Vimbuch. „An der Tullaschule geht mehr als anderswo“, freute er
sich. Den Ball nahm Neubert gerne auf, um das Miteinander von Eltern und Lehrern
zum Wohl die Schüler an der Schule zu betonen. Paradebeispiel ist die erfolgte
Zirkusprojektwoche und das Schulfest, bei dem das gesamte Kollegium sowie
zahlreiche ElternüberdurchschnittlichesEngagement zeigten. Während Schulrat
Meier von Gloecknerzum idealen Lehrer befragt wurde und Judith Feuerer zur
Rolle der Eltern, plauderte er mit Royal, Jokerst sowie Schulleiterin Neubert
über den Einzug neuer Medien. Nach einer guten halben Stunde gehörte die Manege
dann wieder den vielen kleinen Talenten der Tullaschule.


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